Sozialstaat: Eine Flasche Stedinger


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Ja, was soll man sagen, P hat 9 Stunden Tankstelle hinter sich und weiß nicht wo er anfangen soll. Beginnen wir doch einmal mit dem Beginn. Die Schicht fing wider erwarten, ruhig an, nachdem am Wochenende ein wahres Preisdumping von minus 5 cent statt fand, hätte ich mit mehr Ansturm auf die Zapfsäulen gerechnet. Dennoch entwickelte sich das Ganze zu dem, was ich so liebe: ein Auto verlässt den Hof, 2 neue befahren ihn. Selbst die der Mathematik nicht gewogenen Leser werden bemerken, dass hier bald Schicht im Schacht und Krieg am Zapfpunkt ausgebrochen ist. Ich versuche lässig zu bleiben und beruhige eine Reihe von Oppas, die nicht wahrhaben wollen, dass sie erst warten müssen, bis die Anlage freigegeben ist, bevor sie den Stutzen in den 200D halten. Wie damals an der Flak.
Der Nachmittag verrinnt, der Feierabend beginnt. Sämtliche Steineklopper des Orts kaufen ihre/n Feierabend- zigaretten, -bifi, -cola, -flips, -chips, -korn, -mars, -snickers,...usw. Ich frage mich jedesmal, warum sie nicht einfach einmal in der Woche zum Aldi fahren und sich ne Kiste Mampferei zusammenstellen. Ich verstehe sie allerdings, als auch ich nach Feierabend noch einen Kinderriegel aus dem Regal nehme...keine Ahnung, welches psychologische Phänomen hier auftritt und einen Zwingt, das grade noch verdiente Geld in überteuerte Süßware zu stecken. Selbstbelohnung vielleicht.
Ein paar alte Front-Herren sind zwar auch noch dabei, der gerontologische Faktor nimmt jedoch stetig ab. Die meisten werden gegen 19Uhr von Pflegepersonal bettfein gemacht -igendeiner muss ja am nächsten morgen um 7 wieder fit sein und durch die Straßen juckeln- und verschwinden somit von der Bildfläche. Die meisten der jetzt folgenden Vertreter stehen um diese Uhrzeit erst auf: es ist diese Art von Menschen, bei denen ich nicht verstehe, woher sie Geld haben, um es in Alkoholika umzuwandeln. Dann erinnere ich mich an die Wohlfahrtsstaatsdebatten (siehe anderer Eintrag weiter unten) und mir wird es wieder klar. Hey, ich will nicht sagen, dass Deutschland scheiße ist, weil es Leuten, die sozial schlechter gestellt sind, versucht auf die Beine zu helfen. Nur ist Aufstehen mit einer 10 € Flasche Stedinger Gold am Abend kaum noch möglich (das weiß ich aus eigener Erfahrung ;). Und der Kater am nächsten morgen -sofern noch vorhanden- ist der Suche nach sinnvoller Beschäftigung (und das muss in meinen Augen nicht mal Arbeit sein) auch nicht grade förderlich. Ganz zu schweigen von dem Konter-Springer Urvater um vom Stedinger runterzukommen. Ich hör mich an wie ein verkackter konservativer Kolumnist, aber jeder der dieses Elend gesehen hat, wird mir früher oder später recht geben. Gott sei Dank habe ich zwischendurch noch Lichtblicke, wie schlecht geschminkte Frauen über 40, die sich die Klamotten ihrer Tochter anziehen, weil letztere rausgewachsen ist (oder einfach ihre potthäßliche Hemdjacke aus den 90ern nicht mehr anziehen will), über die ich mich genauso lustig machen kann, wie betrunkene Idioten mit einer Rest-Eloquenz von Vaginalsekret. O-Ton "ai ne Schon-Pleiers breit un son Lolli oar was für n drei schährig es Kin". Ne, is klar, wird gemacht.
Wiedermal genug gemeckert. Ich bin müde und gehe schlafen. Morgen wieder 6 Stunden, dann keine Alkis, es sei denn Vaddern läd zum Dienstag-Frühshoppen, ich bin gespannt. Achso, ai shiteru, der Leser weiß bescheid.
P


1 Responses to “Sozialstaat: Eine Flasche Stedinger”

  1. Blogger me0w 

    da hätt ich ja um ein haar für diese wunderschöne jacke geboten; mein Glück dass sich rechtzeitig der Verstand zu Wort meldete. wann biste nochmal wieder in Wehrda Downtown am Start ? Meine Milz giert es mal wieder nach sämtlichen Marburger Schandtaten, die man im Laufe eines Semesters so anstellt.

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